Zu weit unten auf der Karriereleiter?

„No confidence without competence, no competence without confidence“: Selbstbewusstsein ist der Schlüssel.

Wann ist es Zeit für den nächsten Karrieresprung? Erfülle ich alle notwendigen Skills für neue berufliche Herausforderungen? Warum schaffe ich es nicht, beruflich weiterzukommen? Immer wieder werde ich mit solchen und ähnlichen Fragen in Coaching-Gesprächen konfrontiert.

Für Erfolg im Job gibt es kein allgemeingültiges Rezept, dafür ist dieser von zu vielen Faktoren abhängig. Prinzipiell sind für das Reüssieren im Beruf sowohl persönliche als auch fachliche Kompetenzen notwendig. Die Grundregel für alle, die im Beruf erfolgreich sein wollen, lautet: „No confidence without competence, no competence without confidence“, wobei die Beantwortung der fachlichen Dimension jeder für sich selbst beantworten muss.

Soziale Kompetenz
Der größte Irrglaube ist, Selbstbewusstsein sei von sich aus steuerbar. Vielmehr ist das Selbstbewusstsein die Summe der sozialen Einbettung von Kindheit an. So erhöht das Aufwachsen in stabilen häuslichen Verhältnissen das Selbstbewusstsein. Ist das nicht der Fall, kann dieses Defizit auch mit einer guten Partnerschaft kompensiert werden. „Hinter jedem erfolgreichen Menschen, steht eine starke Persönlichkeit“ – und tatsächlich ist es so: Lebt man in einer Partnerschaft mit einer Person, die „responsive“ ist, auf ihren Partner eingeht und Feedback gibt, stärkt das die eigene Persönlichkeit.

Frauen haben nachweislich eine höhere „Responsiveness“ und stärkere soziale Kompetenz als Männer. Umso erstaunlicher ist es, dass Frauen dennoch weniger Selbstbewusstsein an den Tag legen. Sie setzen sich weniger gern in Szene, neigen zum Perfektionismus und hinterfragen sich mehr als Männer. Das sind einige der Gründe, warum Männer leichter und schneller die Karriereleiter nach oben klettern als Frauen. Ein weiterer Grund ist, dass Männer eher bereit sind, in einem (oft sinnlosen) Hamsterrad über Jahrzehnte auf Tempomaximierung zu gehen und einer Karotte vor der Nase nachzulaufen. Frauen sehen das reflektierter und verzichten mitunter auf einen Karrieresprung, wenn für sie die Karrieremöglichkeit nicht klar genug formuliert ist oder der Weg dorthin nicht realistisch scheint.

Lifementor